Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention?

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention?

Sport im Alter schützt vor Demenz

Sport gegen Demenz? Frankfurter Forscher haben möglicherweise Ansätze dafür, dass fitte Senioren ein geringeres Krankheitsrisiko haben.

© Volker Witt / Fotolia

FRANKFURT. Fitness im Alter verändert den Gehirnstoffwechsel möglicherweise positiv. Das haben Altersforscher und Sportmedizier der Frankfurter Goethe-Universität gemeinsam herausgefunden. Ihre Ergebnisse haben sie in der Fachzeitschrift “Translational Psychiatry” publiziert.

In ihrer randomisierten kontrollierten SMART-Studie (Sport-und Metabolismus im Alter – eine MRT Studie) untersuchten die Wissenschaftler 60 Teilnehmer im Alter zwischen 65 und 85 Jahren über 12 Wochen: Die Versuchsgruppe hielt sich dreimal die Woche mit einem 30-minütigen Training auf dem Fahrradergometer fit.

Das Resultat: Durch die sportliche Betätigung verhinderten die Teilnehmer in der Versuchsgruppe den Anstieg des Stoffwechselproduktes Cholin. Dieses wird in Zusammenhang mit Demenz gebracht, da eine erhöhte Konzentration wohl mit dem vermehrte Absterben von Nervenzellen in Verbindung steht.
Probanden auch mit besserer Herzleistung

Während die Experimentalgruppe den Cholinanteil konstant halten konnte, stieg der Anteil bei der Kontrollgruppe an. Zudem verbesserte sich die Fitness der Sporttreibenden laut Forscher, da sich die Herzleistung gesteigert habe.

Allerdings bleibt in der Studie offen, inwieweit Cholin als Biomarker aussagekräftig ist: Ein gesteigerter Anteil muss nicht zwangsläufig auf eine Demenz hinweisen.

Einschränkend geben die Forscher selbst zu bedenken, dass die Beobachtungsdauer zu kurz und die Teilnehmeranzahl zu klein sein könnte. Auch der Herz-Lungen-Test mittels Cardiopulmonary Exercise Test (CPET) anstatt Ramp protocol zur Festlegung des Endpunktes könne diskutiert werden. (ajo)
Quelle: Ärzte Zeitung online, 24.07.2017

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